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Artikel vom 07. March 2013 11:48, 439 mal gelesen

Stolpersteine in Straubing

Die Macht der Erinnerung

Am 24. April werden in Straubing weitere Stolpersteine verlegt

Autor: pm/red
Stolpersteine wie diese verlegt der Kölner Künstler Gunter Demnig am 24. April in Straubing. Sie sollen an die Opfer des NS-Regimes erinnern.

Stolpersteine wie diese verlegt der Kölner Künstler Gunter Demnig am 24. April in Straubing. Sie sollen an die Opfer des NS-Regimes erinnern.

Die europaweite Aktion "Stolpersteine" wird am 24. April in Straubing fortgesetzt. Der Kölner Künstler Gunther Demnig will mit den Granitsteinen, die mit einer Messingplatte versehen sind, an Opfer des Nationalsozialismus erinnern. Bereits 2008 wurden solche Steine in Straubing verlegt. Nun sollen weitere dazukommen, unter anderem vor der Synagoge an der Wittelsbacherstraße.

Demnig erinnert an Opfer des NS-Regimes, indem er vor ihrem letzten selbst gewählten Wohnort Gedenktafeln aus Messing in den Gehsteig einlässt. Sie geben knapp Auskunft über Namen, Lebensdaten und Schicksal eines Menschen. "Ein Mensch ist erst vergessen, wenn sein Name vergessen ist", lautet die Philosophie des Künstlers. Im Gegensatz zu mehr oder minder abstrakten Kunstwerken und Mahnmalen geben die Stolpersteine Auskunft über einzelne Schicksale. Mit den Steinen wird die Erinnerung an die Menschen lebendig, die einst dort wohnten.

Inzwischen liegen "Stolpersteine" in über 500 Orten Deutschlands und mehreren Ländern Europas. 2005 erhielt Gunter Demnig dafür den Verdienstorden der Bundesrepublik durch Bundespräsident a. D. Horst Köhler und im Mai 2008 von Bundesinnenminister Dr. Wolfgang Schäuble den Preis "Botschafter für Demokratie und Toleranz". Stolpersteine sind die mit Messingplatten versehenen Granitsteine natürlich nicht im wörtlichen Sinn. Die Steine werden ebenerdig in den Boden eingelassen und geben Anstoß, mehr über die Opfer und deren Geschichte beziehungsweise die Geschichte einer Stadt zu erfahren.

2008 wurden bereits Stolpersteine verlegt, die Verlegung weiterer findet nun am Mittwoch, 24. April, ab 9 Uhr statt. Vor der Synagoge, Wittelsbacherstraße 11, werden Stolpersteine für Julius, Jenny, Lore und Sabina Baumblatt verlegt. Außerdem werden dort für die Familie Frank - Nathan Tzvi Halevi, Flora und Sara - Stolpersteine in den Boden eingelassen. Mit einem Stolperstein vor dem Haus Wittelsbacherstraße 12 wird an Julie Loose erinnert. Zwei weitere Stolpersteine werden in der Äußeren Passauer Straße bei den Barmherzigen Brüdern verlegt, und zwar für Mathias Miehling und Ludwig Egner. Zur Verlegung der Steine ist jeder interessierte Bürger eingeladen.

Für 120 Euro kann man eine Patenschaft für die Herstellung und Verlegung eines Stolpersteins übernehmen. So übernimmt zum Beispiel eine Klasse des Turmair-Gymnasiums die Patenschaft für Julius Baumblatt.

Info:
Weitere Auskünfte zur Patenschaft und zur Stolperstein-Verlegung erteilt das Amt für Kultur und Bildung, Christiane Heppler, Telefon 09421/944 375, E-Mail christiane.heppler@straubing.de.

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