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Artikel vom 08. March 2013 08:06, 296 mal gelesen

Blick über die Grenze

Polizei-Station in Folmava wurde eingeweiht

Verstärkter Kampf gegen Drogen und Zusammenarbeit „der kurzen Wege“ nun möglich

Autor: reit
Das ehemalige Zollgebäude in Folmava, in dem nun die tschechischen Polizisten untergebracht sind.

Das ehemalige Zollgebäude in Folmava, in dem nun die tschechischen Polizisten untergebracht sind.

Die neue Polizeidienststelle in Folmava, die mit ihrer Besatzung dazu beitragen soll, den Kampf gegen die Drogen intensiver zu führen, wurde am Dienstag eingeweiht. Die Polizeidienststelle in Folmava war im Jahre 2010 aufgelöst worden.

Nach einem "Brandbrief" des Bürgermeisters von Ceska Kubice, Vladimir Koranda, an das tschechische Innenministerium, der unterstützt wurde von seinem Further Amtskollegen Sandro Bauer sowie von den Bürgermeistern Michael Multerer (Arnschwang), Josef Kammermeier (Eschlkam) und Josef Berlinger (Neukirchen) war eine neue Polizeidienststelle bereits zum 1. Januar 2013 genehmigt worden. Die Finanzierung des Umbaus des Gebäudes erfolgte durch die Gemeinde Ceska Kubice.

Rund um die Uhr besetzt

An der Einweihung nahmen auch Polizeidirektor und Sachgebietsleiter I, Manfred Jahn vom Polizeipräsidium Oberpfalz, der Leiter der Polizei-Inspektion Furth im Wald, Polizeioberrat Manfred Brückl sowie Bürgermeister Sandro Bauer teil. Neben Bürgermeister Vladimir Koranda hatten sich von der tschechischen Seite unter anderem eingefunden Senator Jan Latka und Bürgermeister Miroslav Mach aus Domazlice. Polizeioberrat Manfred Brückl verwies im Gespräch mit den tschechischen Medien auf die viel diskutierte Drogenproblematik und erinnerte an rund 400 Drogenaufgriffe im vergangenen Jahr durch die Schleierfahnder. Dabei sei insbesondere Crystal Speed aufgegriffen worden. Brückl zeigte sich erfreut, dass nun in der Nähe der bayerischen Polizeidienststelle eine Polizeistation in Folmava installiert wurde. Damit werde letztlich auch ein Informationsaustausch auf kurzem Wege ermöglicht. Bereits seit 1. Januar hatten sechs Polizisten ihren Dienst unmittelbar an der Grenze verrichtet, die jedoch zunächst in Domazlice untergebracht waren, da die Räumlichkeiten in dem ehemaligen Zollgebäude in Folmava, das nunmehr der Gemeinde gehört, noch nicht bezugsfertig waren und erst umfangreichen Renovierungsarbeiten unterzogen werden mussten. Der Polizeibetrieb läuft in Folmava künftig rund um die Uhr und demnächst soll das Personal durch weitere vier Polizisten verstärkt werden.

Die Renovierungsarbeiten übernahm die Gemeinde Ceska Kubice und die Polizei hat die Räumlichkeiten dort nun gemietet. Die Beamten finden in dem Gebäude in Folmava nun alles vor, was sie benötigen. Ein Raum ist mit entsprechender Informations- und Kommunikationstechnik ausgestattet. Ferner gibt es zwei Besprechungszimmer und auch eine Zelle wurde installiert, in der vorübergehend Festgenommene in Gewahrsam genommen werden können.

Der Bürgermeister von Ceska Kubice, Vladimir Koranda, zeigte sich zufrieden, denn seine Aktion war von Erfolg gekrönt. Er hatte in seinem damaligen "Brandbrief" unmissverständlich verdeutlicht, dass seine Bürger nicht mehr gewillt seien, die prekäre Sicherheitslage hinzunehmen. Er hatte damals davon gesprochen, dass seine Gemeinde mittlerweile als "gefährlichster Ort im Rahmen der ehemaligen Grenzübergänge" gelte. Nach Folmava habe es die Drogenabhängigen gezogen und es seien sogar entsprechende Spritzen herumgelegen. Das habe die Bevölkerung von Folmava, die nun natürlich zufrieden sei, sehr aufgeregt.

Koranda hatte damals auch beklagt, dass es im Jahre 2010 nur sechs erfasste Straftaten gegeben habe. Ein Jahr später, nach der Schließung der Polizei-Station, seien es schon 31 Straftaten gewesen, von der Dunkelziffer ganz zu schweigen. Das Gemeindeoberhaupt hatte nicht nur auf Straftaten um das Thema Drogen und Prostitution verwiesen, sondern angeführt, dass es auch zu immer mehr Verkehrsdelikten und anderen unliebsamen Vorfällen kam.

Erste Erfolge

Der Polizeichef von Domazlice, Lubomir Martinec, nannte die Drogenproblematik als den Hauptgrund für die Wiedereröffnung einer Polizei-Station in Folmava. Dieses Problem sei vor rund drei Jahren entstanden und habe in letzter Zeit an Intensität zugenommen. Die Drogenkriminalität werde überwiegend von ausländischen Staatsangehörigen begangen. Zum einen von den Vietnamesen, die auf ihren Märkten die Drogen anbieten, und zum anderen von Deutschen, die nach Tschechien kommen, um sich Crystal Speed zu kaufen. Martinec stellte fest, dass die Präsenz der Polizei in Folmava bereits Wirkung gezeigt habe. Im neuen Jahr seien bereits 15 Drogenaufgriffe in Folmava getätigt worden, im Bezirk Domazlice verwies er sogar auf 50 Fälle.

Kommentare zum Artikel


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von Solala am 08. March 2013 15:41
Durchgreifen

Es sind immer andere Staatsangehörige! Wenn die Tschechen endlich mal die ganzen Vietnamesenmärkte dem Erdboden gleich machen würden, dann hätten wir dieses Problem mit Crystal Speed nicht in diesem großen ...mehr Ausmaß. Die Tschechen sind doch auch in der EU! weniger

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von guckstdu am 08. March 2013 11:24
Jaja die CZ-Polizei

sind nicht per Gesetz auch eigentlich alle der Vietnamesenmärkte verboten weil dort Plagiate verkauft werden ? Es gibt doch eindeutige EU Richtlinien diesbezüglich ? Man könnte durchaus vermuten das ein ...mehr Teil der Polizei in CZ gar kein rechtes Interesse an der Verfolgung hat. Ebenso bei den Drogenhändlern. weniger

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von Waldler am 08. March 2013 10:08
Drogenhändler gefasst?

Drogenaufgriffe - was ist darunter zu verstehen? Ich nehme an, dass der Tauser Polizeichef damit meint, dass 15 Personen gefasst wurden, die Drogen nach Bayern schmuggeln wollten. Aber sehr wichtig wäre ...mehr auch, die Personen aufzugreifen, die diese Drogen verkaufen. Wieviel Drogenhändler wurden gefasst, wo und wann fanden Strafprozesse gegen diese Drogenhändler statt und wie wurden sie bestraft? Davon habe ich noch nichts gelesen. weniger

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Folmava, Plzeňský kraj, Tschechische Republik

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