Artikel vom 18. August 2012 14:45, 74 mal gelesen
Niederbayern
Stabiles Wirtschaftsklima
Unternehmer-Report der Hypo-Vereinsbank beleuchtet besonders Energiemanagement
Der Großteil der niederbayerischen Unternehmen rechnet für die kommenden Monate mit einem stabilen Investitionstrend. (Foto: dpa)
(fb). Niederbayern hat ein gesundes und stabiles Wirtschaftsklima. Das geht aus dem Unternehmer-Report der Hypo-Vereinsbank (HVB) 2012 hervor. Der Report beruht auf einer repräsentativen Befragung von mehr als 3 500 kleinen und mittleren Unternehmen, davon 126 in Niederbayern. Befragt wurden Unternehmen mit mindestens vier und maximal 250 Mitarbeitern und bis zu 50 Millionen Euro Jahresumsatz, dies gemäß der Mittelstandsdefinition der Kommission der Europäischen Union.
Laut dem vor Kurzem in der HVB-Niederlassung Niederbayern in Landshut vorgestellten Report, der erstmals im Mai erschienen ist, erwartet gut jedes vierte Unternehmen im Regierungsbezirk in den kommenden zwölf Monaten ein Wachstum der Investitionen. Der Großteil (60 Prozent) der Firmen rechnet darüber hinaus mit einem stabilen Investitionstrend, 65 Prozent erwarten stabile Kreditbedingungen.
Regionale Besonderheit
Interessant in diesem Zusammenhang: Die Befragung hat ergeben, dass die Unternehmen in Niederbayern Betriebsmittel und Investitionen zu einem größeren Anteil als in Gesamtdeutschland über Bankdarlehen finanzieren. Auch die Finanzierungsalternative öffentliche Fördermittel wird im Bezirk etwas stärker genutzt als im Rest der Republik. Dies allerdings auf einem nur schwachen Niveau, wie Paulus Klem, Direktor der HVB-Niederlassung Niederbayern und dort zuständig für kleine und mittlere Unternehmen, sagt. Hier verpassten die Unternehmen Chancen, weil gerade öffentliche Fördermittel in vielen Fällen eine zinsgünstige und eigenkapitalschonende Möglichkeit darstellten, Vorhaben mit der notwendigen finanziellen Ausstattung zu hinterlegen.
Das in der Befragung bewusst angeschnittene Thema Energiemanagement hat Klem zufolge eine hohe und sogar überdurchschnittliche Bedeutung. Der Grund: Die Energieintensität, also der Anteil der Energiekosten am Umsatz, liegt in Niederbayern oberhalb des Wertes für Bayern und Deutschland insgesamt. Angesichts des Umstands, dass die durchschnittliche Unternehmensrendite bei fünf bis sechs Prozent liege, werde die Bedeutung des Energiemanagements im Mittelstand ersichtlich, so Klem. Deswegen falle in der Region das Niveau der Investitionen zur Optimierung des Energiemanagements überdurchschnittlich aus. Alleine sieben der befragten Unternehmen würden ein Investitionsvolumen für ergriffene oder geplante Maßnahmen von einer Million Euro oder mehr angeben. Dabei seien die Unternehmen bereit, beim Thema Energie längere Amortisationszeiten für ihre Investments in Kauf zu nehmen.
Konservative Finanzierung
Hinsichtlich der Finanzierung dieser Energieeffizienzmaßnahmen zeigt sich der Mittelstand in Niederbayern gemäß der Befragung allerdings relativ konservativ. Öffentliche Fördermittel würden zwar genauso häufig wie im Bundesdurchschnitt spontan als genutzte oder potenzielle Finanzierungsoption genannt, heißt es im Report. Die Anzahl der Nennungen für andere Fremdfinanzierungsoptionen wie das klassische Bankdarlehen, Leasing oder Energiecontracting sei aber zum Teil unterdurchschnittlich ausgeprägt.
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