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Artikel vom 17. August 2012 08:48, 94 mal gelesen

Vilsbiburg

Lob und Tadel für die Deutsche Bahn

SPD-Kommunalpolitiker informieren sich über Situation im Eisenbahnverkehr

Angeführt von ihren Vorsitzenden Anja König und Ruth Müller (vorne 2. und 3. v.l.) diskutierten SPD-Politiker aktuelle Themen im regionalen Bahnverkehr.

Angeführt von ihren Vorsitzenden Anja König und Ruth Müller (vorne 2. und 3. v.l.) diskutierten SPD-Politiker aktuelle Themen im regionalen Bahnverkehr.

Natürlich erkenne man die Verbesserungen am Vilsbiburger Bahnhof der letzten Jahre an, räumte zweiter Bürgermeister Johann Sarcher beim Ortstermin der SPD-Stadt- und Kreistagsfraktion ein. So habe sich mit Einführung des Stundentaktes vor knapp vier Jahren der Fahrplan auf der Strecke Mühldorf - Landshut deutlich verbessert. Auch die Erhöhung der Höchstgeschwindigkeit und der Einsatz von Doppelstockwagen im Schüler- und Berufsverkehr habe die Attraktivität des Bahnfahrens erhöht. Und nach den Umbauten von 2008 sei auch die Erreichbarkeit der Bahnsteige für Behinderte gewährleistet. Kritisiert wurde unter anderem der "Service-Store".

Vilsbiburg sei die einzige Station auf der Strecke, bei der man in einem Reisekiosk nicht nur Auskünfte bekomme und Fahrkarten kaufen könne, sondern auch weitere nützliche Dinge für den Reisebedarf. Allerdings habe sich die Stadt mit einem fünfstelligen Eurobetrag an der Einrichtung des so genannten Service-Stores beteiligt. Und man habe schon registriert, dass dessen Öffnungszeiten mehr am Verkauf von Brezen und Zeitungen ausgerichtet seien, als an der Dienstleistung für die Reisenden.

Wer am späteren Nachmittag oder am Wochenende eine Auskunft für eine weitere Bahnreise brauche, stehe vor verschlossenen Türen. Allerdings sei nicht jeder Bürger mit dem Internet vertraut und ein Automat auf dem zugigen Bahnsteig sei eben auch nur bedingt kundenfreundlich, warf die Fraktions- und Kreisvorsitzende Ruth Müller ein.

Grundsätzlich dürfe man laut Kreisrat Peter Barteit nicht übersehen, dass die Bahn mit der Reform unter Kanzler Helmut Kohl als gewinnorientiertes Unternehmen ausgerichtet worden sei. Leistungen für die Allgemeinheit würden nicht mehr erbracht. Gefahren werde nur das, was sich selbst rechne oder der Steuerzahler subventioniere. In Vilsbiburg halte kein Reisezug, der nicht von der Bayerischen Eisenbahngesellschaft bestellt und aus Bundesmitteln finanziert werde.

Insgesamt kassierten die Bahn und ihre privaten Konkurrenten für die Aufrechterhaltung des Schienennahverkehrs rund 3,5 Milliarden Euro pro Jahr Zuschüsse. Vor diesem Hintergrund sei nicht einzusehen, warum die Bahn für die Beratung ihrer Kunden, die Unterhaltung der Gebäude oder die dringend notwendige Einrichtung von Toiletten auch noch die Hand aufhalte.

Fahrräder nicht überall kostenlos

Anja König, die als Gast anwesende Vorsitzende des SPD-Stadtverbandes Landshut, sprach abschließend die Beförderung von Fahrrädern in den Zügen an. Während dies im gesamten Bereich der Südostbayernbahn kostenfrei geschehe, sei einzig der Streckenabschnitt von Landshut bis Egglkofen davon ausgenommen. Ausschlaggebend dafür sei ein negativer Beschluss des hiesigen Kreisausschusses. Dies wirke sich auf den Radtourismus sehr negativ aus.

Damit es nicht länger vom Wohlwollen einzelner Kreisgremien abhängig sei, in welchen Landkreisen die Fahrräder kostenfrei mitgenommen würden, schlug König eine bayernweite Regelung vor, die jeweils in die Ausschreibungen der Strecken als Bedingung aufgenommen werden solle. Denn es müsse ein grundsätzliches Ziel sein, das umweltfreundliche Reisen so interessant wie möglich zu gestalten.

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