Verfolgungsjagd mit Polizei

Mann versucht, gestohlenes Auto über Grenze bei Eschlkam zu bringen

Ein aus Litauen stammender Mann hat versucht, ein gestohlenes Auto über die Grenze nach Osteuropa zu verschieben. Im Rahmen einer Nacheile durch die Polizei Furth im Wald wurde der Dieb in Tschechien festgenommen.


Der Flüchtige übersah einen Wasserlauf und huhr dort mit seinem gestohlenen Auto hinein.

Der Flüchtige übersah einen Wasserlauf und huhr dort mit seinem gestohlenen Auto hinein.

Von Redaktion Kötzting

Ein aus Litauen stammender Mann hat versucht, ein in Baden-Württemberg gestohlenes Auto über die Grenze nach Osteuropa zu verschieben. Im Rahmen einer Nacheile durch die Polizei Furth im Wald wurde der Dieb in Tschechien festgenommen.

Am Montag, gegen 7.45 Uhr, wollten Beamte der Polizeiinspektion Furth im Wald einen BMW X5 kontrollieren, der in Eschlkam von Neuaign in Richtung Grenzübergang unterwegs war. Der Fahrer missachtete laut Pressemitteilung die Anhalteaufforderungen und flüchtete mit hoher Geschwindigkeit. Die Streife nahm die Verfolgung des Flüchtigen auf und überquerte wenig später die Grenze nach Tschechien. Im Verbund der sogenannten Schengenstaaten arbeiten die Polizeibehörden in Tschechien und Bayern zusammen. Derartige Fälle der polizeilichen Nacheile sind in bilateralen Abkommen geregelt und berechtigen die bayerischen Beamten zum Grenzübertritt, um den Flüchtigen verfolgen zu können. Über das Gemeinsame Zentrum der deutsch-tschechischen Polizei- und Zollzusammenarbeit mit Sitz in Schwandorf wurde die tschechische Polizei in die Fahndungsmaßnahmen eingebunden. Durch Standortmitteilungen der Further Polizisten wurden die tschechische Einsatzkräfte an das flüchtende Fahrzeug herangeführt.

Straßensperre errichtet

Während seiner Flucht gefährdete der Fahrer mehrmals andere Verkehrsteilnehmer. Mit teilweise 180 Stundenkilometer fuhr der Mann in Richtung Klattau. Auf Höhe der Ortschaft Bezdekov errichtete die tschechische Polizei eine Straßensperre. Unbeeindruckt hiervon fuhr der Flüchtige an der Sperre vorbei und setzte seine Fahrt auf einer Wiese fort, bis er letztendlich einen Wasserlauf übersah und dort hineinfuhr. Zu Fuß setzte er seine Flucht fort, bis er letztendlich an einer Pferdestallung durch tschechische Polizeibeamte festgenommen wurde.

Zeitwert: rund 40.000 Euro

Eingeleitete Ermittlungen zu dem Fahrzeug ergaben, dass der BMW X5, Baujahr 2017, im Bereich Ehingen/Baden-Württemberg entwendet wurde. Nach dem Diebstahl des Autos, laut Polizei mit einem Zeitwert von rund 40.000 Euro, wurden an dem Fahrzeug zum Zwecke der Verschiebung nach Osteuropa sogenannte Dublettenkennzeichen angebracht. Die tatortzuständige Kriminalpolizeiinspektion Ulm nahm unter Absprache mit der Staatsanwaltschaft Ulm die Ermittlungen zu dem Diebstahl auf. Die Staatsanwaltschaft Ulm teilte den tschechischen Behörden mit, dass um die Auslieferung des dringend Tatverdächtigen nach Deutschland ersucht wird.

Der 37-Jährige wurde einem tschechischen Ermittlungsrichter vorgeführt, der in Erwartung eines europäischen Haftbefehls eine Festhalteanordnung aussprach. Der Mann wurde in eine tschechische Justizvollzugsanstalt eingeliefert, wo er nun auf seine Auslieferung nach Deutschland wartet.